Kunstpädagogik

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Bildwerdung

Reflexionen zur pathischen und performativen Dimension der Bilderfahrung

München 2018, 424 Seiten mit zahlr. Abb.
ISBN 978-3-86736-427-0
29,80 EUR
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Produktbeschreibung

Die Entstehung des Neuen ist eng mit Prozessen der Bilderfahrung und dem Sichtbarwerden verwoben. Sie berührt den Kontext von Bildung und Forschung auf elementare Weise. Durch Bilder lernen wir, etwas anderes anders und auf neue Weise zu sehen. Aber wie lässt sich der Prozess der Bildwerdung denken? Wie erfahren wir Bilder? Was geschieht, wenn wir Bilder betrachten, entwerfen oder herstellen? In welcher Weise regulieren, ordnen, formen und organisieren Bilder unsere Vorstellungen, Erinnerungen und Affizierungen? Wie richten sie uns räumlich und leiblich aus?
Während sich diese Fragen kaum übergreifend beforschen lassen, da sich das komplexe Geschehen zwischen Bildwerdung und Subjektbildung einem direkten Zugang entzieht, entwirft Sabisch ein experimentelles Forschungssetting für eine indirekte Empirie. Am Beispiel von zwei künstlerischen Bildsequenzen und verschiedenen schulischen Gruppensituationen untersucht sie leibliche, zeichnerische, emotionale, sprachliche und zeigende Antworten auf Bilder. Anhand kontrastiver Fälle arbeitet sie Symptome der Bilderfahrung heraus, die als Gelenkstelle zwischen Besonderem und Allgemeinem, wie auch dem Singulären und Exemplarischen fungieren. Sie entwickelt so nicht nur eine zeitgemäße Kasuistik symptomatischer Bilderfahrungen, sondern entfaltet zudem Grundlagen für eine Methoden- und Theoriebildung der Bilderfahrung im Horizont von Responsivität.
 

Inhaltsverzeichnis

I EINLEITUNG: ZWISCHEN BILDWERDUNG UND SUBJEKTBILDUNG


II REFLEXIONEN ZUR THEORIE: WAS BEDEUTET ES, BILDUNG UND ERFAHRUNG VON DER MEDIALITÄT HER ZU DENKEN?

Zur Bedeutung des Medialen in der Phänomenologie
der Erfahrung

Zwischen Pathos und Response
Responsive »Arbeit der Erfahrung«
als Differenzierung
Transformation: Formung im Übergang
Medien als Zwischeninstanz
Medialität und die Künste im Bildungskontext
Ideen für Anschlüsse an Bildungsprozesse
Zur Stellung des Medialen in der Bildungstheorie

Struktur der Selbst- und Weltverhältnisse

Bildungsanlässe
Trans- und Performationsprozesse
Empirische Anschlüsse

Zur Bedeutung der Bilderfahrung und Bildwerdung
in Bildungsprozessen

Bildlichkeit als Medialität
Bildwerden und Sichtbarwerden
Bildwerden und Leibwerden
Bedeutung des Blickgeschehens
Bildwerdung und Bildwirkung


III REFLEXIONEN ZUR METHODIK: WIE LÄSST SICH EINE INDIREKTE
EMPIRIE VOM SYMPTOM HER ENTFALTEN?


Von der indirekten Beschreibung zur indirekten Empirie?

Das Indirekte als Weise des Wirkens
Das indirekte Vorgehen der Psychoanalyse

Was heißt es, vom Symptom auszugehen?

Symptome jenseits der Pathologie
Symptome und Bilderfahrung
Symptome als Öffnungen


IV REFLEXIONEN ZUR EMPIRIE I – WIE ZEIGT SICH DAS FREMDE VON DEN BILDERN HER?

Lo straniero von Simone Kesting

Zu Lo straniero

Figurative Verfremdung
Zeiträumliche Verfremdung
Perzeptive und leibliche Verfremdung
Konnektive Verfremdung: Visuelle Assoziation

Le visiteur von Barbara Yelin

Zu Le visiteur

Figurative Verfremdung
Perzeptive Verfremdung: Blickwechsel
Perspektivische Verfremdung: Blickverschiebung
Affektive Verfremdung: Blickverfremdung
Konnektive Verfremdung: Visuelle Narration


V REFLEXIONEN ZUR EMPIRIE II – WIE ZEIGT SICH DAS FREMDE IM ANTWORTEN AUF DIE BILDER?

Experimentelle Forschung
Darstellung zwischen Wissenschaft und Ästhetik

Der erste Fall: Antworten zwischen Sagen und Zeigen
Zur Forschungssituation
Zur Spezifik des Falls
Methodenbildung und -darstellung
Falldarstellung

Fallanalyse

Antworten als verkörpertes Begründen
Antworten als zwischenleibliche Ko-Konstruktion
an der Grenze des Sprechens
Antworten als verschränkendes Sagen und Zeigen
Antworten als leibbasiertes Assoziieren
Antworten als leibliches Motivieren
Antworten als Verkörperung zwischen sprachlicher und visueller Ordnung
Symptombildung und Theoriebildung – Zwischen Leibwerden und Bildwerden
Bildwerdung als zwischenleibliches und intermediales Übergangsgeschehen

Der zweite Fall: Antworten zwischen Abwehr und Affizierung

Forschungssituation
Spezifik des Falls
Methodenbildung und -darstellung
Falldarstellung (ausführliche sequenzielle Darstellung der Praktiken)

Fallanalyse

Antworten als Nicht-Einlassen und Arbeit an der Verständigung
Antworten als Abwehr des Betrachtens
Antworten als Affizierung
Antworten als zeichnerische Artikulation des Widerstands
Antworten als Umwandeln von Sehen, Versehen
und Wegsehen

Symptombildung und Theoriebildung – Zwischen
Sichtbarwerden und Bildwerden
Bildwerdung als Wiederkehr des Verdrängten im Visuellen
Bildwerdung und Bildfindung als Öffnung auf die Darstellbarkeit
Bildwerdung als visuelles Übertragungsgeschehen


VI REFLEXIONEN ZUR BILDWERDUNG

Fallbildung als Kasuistik der Bilderfahrung
Beispielbildung als indirektes Zeigen
Symptombildung als Spur der Erfahrungsarbeit
Reflexion im Horizont der Ikonizität

ANHANG