Medienpädagogik

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Das handelnde Subjekt und die Medienpädagogik

Festschrift für Bernd Schorb

München 2013, 388 Seiten
ISBN 978-3-86736-300-6
19,80 EUR
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Produktbeschreibung

Eine Pädagogik, die den Menschen in einer mediatisierten Welt unterstützen will, muss der Bedeutungsvielfalt der Medien im Mensch-Welt-Zusammenhang gerecht werden und darf dabei ihr eigentliches Ziel – den mündigen Menschen – nicht aus den Augen verlieren. Eine Generation junger Wissenschaftler/-innen, unter ihnen Bernd Schorb, dem dieses Buch gewidmet ist, stellte sich ab den 1970er Jahren dieser Aufgabe und erarbeitete in engem Wechselspiel zwischen pädagogischer Praxis und Forschung die Grundlagen der handlungsorientierten Medienpädagogik.

Die Autor/-innen dieses Bandes zeichnen die historische Genese der Subjekt- und Handlungsorientierung in der Medienpädagogik und in angrenzenden Bezugsdisziplinen nach, zeigen ihre aktuelle Verankerung in Theorie, Forschung, Praxis und Lehre auf und diskutieren konzeptuelle Leerstellen und Weiterentwicklungen, die nicht zuletzt angesichts sich rasant wandelnder Medienwelten notwendig sind.

Die Festschrift hat ihr Ziel nicht verfehlt. Sie zeigt die Vielfalt der Impulse, die Bernd Schorb mit seinem Schaffen, sowohl in seinen theoretischen als auch forschenden Tätigkeiten, ausgelöst hat. Aber nur in diesem Kontext sollte sie auch gelesen werden. Viele Beiträge ergänzen sich gegenseitig. Zum Teil werden sie auch erst im Kontrast zu anderen, indem sie so auf ihre Stimmigkeit hin übergeprüft werden, verständlich. Über die Zuordnung einiger Titel ausgerechnet zu einem der thematisierten Bereiche kann sich der Leser zwar manchmal wundern, dem Gesamteindruck von einem sorgfältig vorbereiteten Band schadet es letztlich jedoch nicht. Man findet hier einen fundierten Austausch zu allen relevanten Disziplinen der subjektorientierten Medienpädagogik, so dass der Eindruck entsteht, dass wir von einer „Leipziger Schule der Medienpädagogik“ sprechen können. Ungeachtet dessen zeigt die Festschrift auf, wie unerlässlich die Reflexion über eigene Wert- und Weltvorstellung in der Wissenschaft ist. In diesem Sinne haben wir nie mit einer objektiven, sondern immer mit einer „subjektorientierten“ Forschung oder Theorie zu tun. Letztendlich leiten sich die medienwissenschaftlichen Arbeiten von den persönlichen Überzeugung darüber, wie der Mensch in seinem sozialen und demnach auch medialen Umfeld agiert, ab. Dafür findet der Leser in diesem Werk viele anregende Gedanken. Man kann nur hoffen, dass es den Medienpädagogen aller Couleurs, in Zeiten des Konformismus des „like-Buttons“, zugute kommt.
Prof. Dr. Anna Zembala, socialnet.de
 

Inhaltsverzeichnis

Anja Hartung, Achim Lauber & Wolfgang Reißmann
Zur Einführung
Das handelnde Subjekt und die Medienpädagogik


I Das handelnde Subjekt in der Medienaneignungstheorie

Ingrid Paus-Hasebrink
Medienwelten, Medienhandeln, Medienaneignung, Medienkompetenz
Medienpädagogische Theoriebausteine überdacht

Dagmar Hoffmann
Das Sozialisationsprimat und der Identity Turn
Mediales Handeln und Subjektentwicklung

Friedrich Krotz
Rekonstruktion der Kommunikationswissenschaft
Vom passiven Publikum zur Partizipation der User

Ulrich Deinet & Ahmet Derecik
Das Konzept der sozialräumlichen Aneignung und die neuen Medien

Achim Lauber & Andreas Krapp
Interessengeleitete Medienaneignung
Ein Vorschlag zur Weiterentwicklung des Konzepts der Medienaneignung auf der Grundlage tätigkeits- und interessentheoretischer Überlegungen

Anja Hartung
Medienaneignung und Biografie
Die diachrone Perspektive auf Sinn- und Identitätsbildungsprozesse


II Das handelnde Subjekt in der Medienaneignungsforschung

Helga Theunert
Zugänge zum Subjekt
Sinnverstehen durch Kontextualisierung

Hans-Jörg Stiehler
Subjektive Medientheorien
Versuch einer (Zwischen-?)Bilanz

Ulrike Wagner & Maren Würfel
Gesellschaftliche Handlungsfähigkeit in mediatisierten Räumen

Sandra Fleischer & Burkhard Fuhs
Medien und Kindheit
Kinder als die Expert/innen ihrer Lebenswelt

Andreas Lange
Familie und Medien
Zeitdiagnostische Trends als Themen für Forschung und Theoriebildung

Susanne Eggert
Gut hin – und nicht ganz weg
Wie Medien im Integrationsprozess unterstützen können

Wolfgang Reißmann, Anja Hartung & Karina Böhm
Das fühlende Subjekt in Prozessen der Medienaneignung
Das Beispiel Musik

Rüdiger Funiok & Sebastian Ring
Das auch „moralisch“ handelnde Subjekt
Ethik und Computerspielen

Gudrun Marci-Boehncke
Stories, Sprache, Schrift und die Digitalisierung
Mediensozialisation heute und morgen


III Das handelnde Subjekt in der medienpädagogischen Praxis

Hans-Dieter Kübler
Das Subjekt in der handlungsorientierten Medienpädagogik
Sondierungen zwischen Konstrukt, Empirie und Individuum

Fred Schell & Kathrin Demmler
Aktive Medienarbeit
Theoretische Einordnung, Ziele, Lernprinzipien und Lernbereiche

Jan Keilhauer
Themenzentrierte Medienarbeit

Claudia Kuttner
Intergenerative Medienarbeit

Dieter Spanhel
Medienerziehung

Achim Lauber & Daniel Hajok
Zur Bedeutung des Jugendmedienschutzes in der Medienaneignung von Kindern und Jugendlichen

Horst Niesyto
Bildung – Beschleunigung – Medien

Franz Josef Röll
Medienpädagogik als Wahrnehmungsbildung

Margrit Witzke
Medienarbeit und Selbstausdruck
Symbolisch-ästhetischer Selbstausdruck in Video-Eigenproduktionen

Judith Zeidler & Susanne von Holten
Praktische Medienarbeit der Landesmedienanstalten
Vielfältig, aber nicht beliebig


IV Das handelnde Subjekt in der medienpädagogischen Lehre

Gerhard Tulodziecki
Das Subjekt in der medienpädagogischen Lehre

Niels Brüggen
Die Wahrnehmung der Lernenden als Moment der Subjektorientierung

Stephen Frank & Anke Dommaschk
Handelndes Subjekt und eLearning-Didaktik
eLearning als Lehren und Lernen

Johannes Schiller
Hochschulradio als Ausbildungswerkstätte
Das Lokalradio der Universität Leipzig mephisto 97.6

Karla Spendrin & Hendrik Löwe
Praktische Forschung in der Lehre
Das Lehr-Lern-Projekt „Lesestart“


Autorinnen und Autoren