Zeitschrift merz | Einzelhefte

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Produktbeschreibung

Die Medienpädagogik ist in den letzten Jahrzehnten von einer Randerscheinung ins Zentrum der Diskurse über Pädagogik und Bildung gerückt. Die Digitalisierung fegt wie ein Hurrikan über die Gesellschaft hinweg. Nichts bleibt wie es war. Im Auge des Hurrikans – in dem bekanntlich Windstille herrscht – versuchen die tapferen Medienpädagog*innen die Herausforderungen zu gestalten, die sich aus diesem Wandel ergeben. Waren es zunächst vor allem Pädagog*innen mit Interesse für Film und Fotografien, die sich der Thematik angenommen haben, so ist jetzt als Folge der Digitalisierung ein eigener Beruf der Medienpädagog*innen entstanden, auch wenn es nach wie vor unterschiedlichste Zugänge und Qualifizierungen hierfür gibt. Häufig fehlt es an qualifizierten Medienpädagog*innen, um die Anfragen zu befriedigen, die sich aus dem stark gestiegenen Bedarf ergeben.

Die Medienpädagogik sorgt für die Fort- und Weiterbildung von Pädagog*innen im Bereich Medienpädagogik und -didaktik: Diese erarbeitet mit Kindern und Jugendlichen eigene Medienprodukte, dreht Filme und YouTube-Clips, produziert Sendungen für Radio und Fernsehen, erstellt Blogs sowie Internetseiten und vermittelt den Kindern und Jugendlichen damit die Funktionsweisen der Medien und die Gefahren durch deren Faszinations- und Manipulationskraft. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Erstellung von Anleitungen und Material zur Medienerziehung sowohl für Pädagog*innen als auch für Eltern. Medienpädagog*innen betreiben aber auch Medienforschung, indem sie unter anderem die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen untersuchen. Fragestellungen, wie sich beispielsweise Gewaltdarstellungen in Nachrichten oder Computerspielen auf Heranwachsende auswirken, stehen auf der Agenda. Die Forschung beschränkt sich aber längst nicht mehr nur auf Kinder und Jugendliche; sie hat auch die Medienkompetenz von Erwachsenen und Senior*innen im Blick.

Die Qualifikation zur*zum Medienpädagog*in kann man an Universitäten oder Fachhochschulen durch ein eigenständiges Studium, ein Lehramtsstudium oder im Rahmen eines Studiums der Erziehungswissenschaft, Medieninformatik oder der Sozialen Arbeit erwerben. Allerdings: Wo Medienpädagogik draufsteht, ist nicht immer Medienpädagogik drin. Dies liegt zum einen daran, dass sich praktisch jede*r Medienpädagog*in nennen darf, und dass es durchaus sehr unterschiedliche Definitionen gibt, wie der Begriff Medienkompetenz zu interpretieren ist.

Diese Ausgabe möchte dazu beitragen, die Professionalisierung des Berufs Medienpädagog*in nachzuzeichnen und Argumente dafür zu liefern, warum dieser Beruf dringend benötigt wird – und dies gilt nicht nur für pädagogische Handlungsfelder.

Aus dem Editorial von Klaus Lutz und Eike Rösch
 

Inhaltsverzeichnis

aktuell

thema
Beruf Medienpädagog*in


Wege zum Beruf Medienpädagog*in
Editorial
Klaus Lutz, Eike Rösch

Theoretische Begründungslinien der Medienpädagogik
Ein Ãśberblick
Patrick Bettinger

Medienpädagogik als eigener Beruf
Kai-Uwe Hugger

40 Jahre medienpädagogische Arbeit
Ein Interview mit Günther Anfang, JFF

Medienpädagogik
Qualifizierungsmöglichkeiten für ein heterogenes Berufsfeld
Johannes Fromme, Steffi Rehfeld, Josefa Much

Medienpädagogische Praxisarbeit für Kinder und Jugendliche
Leitlinien für qualitätsvolle Vorhaben zwischen Kontinuität und Wandel
Mareike Schemmerling


spektrum

Das Phänomen Sexting – (k)ein Kinderspiel
Die Relevanz einer sexualbezogenen Medienkompetenz
Nora Ulbing

Digitalisierung von Organisationsprozessen an Schulen
Ramona Dietrich

Makerspace, Hackerspace und Social Lab im universitären Kontext
Gemeinsamkeiten und Abgrenzungen
Claudia Schumacher


medienreport

Keine Zeit für gewöhnliches Kino
70. Berlinale – starke Sektion GENERATION
Markus Achatz

KonterBUNT – Kontern gegen Stammtischparolen
Antworten auf Stereotype
Dana Neuleitner


publikationen

kurz notiert


service


kolumne

Lebst du noch – oder bist du online?

Hans-Dieter Kübler