Studien zur Kunstvermittlung

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Die Bildung der A_n_d_e_r_e_n durch Kunst

Eine postkoloniale und feministische historische Kartierung der Kunstvermittlung

Band 2, München 2023 [EA Wien 2019], 608 Seiten
ISBN 978-3-96848-128-9
24,95 EUR
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Produktbeschreibung

„Die Bildung der A_n_d_e_r_e_n durch Kunst“ ist eine historische Kartierung der Kunstvermittlung seit der frühen Aufklärung, unternommen aus einer feministischen und postkolonialen, hegemoniekritischen Perspektive. Den geografischen Fokus bildet England. Deutlich wird, dass die diskursive Herstellung von defizitären A_n_d_e_r_e_n, die dem bürgerlichen, männlichen, weißen, europäischen Subjekt ähnlich gemacht werden müssen, seit seiner Entstehung in das Arbeitsfeld eingeschrieben ist. Doch ereignete sich darin auch die Art von Widerstand, die aus dem Verfehlen hegemonialer Anrufungen resultiert. Minorisierte Positionen – vor allem, aber nicht nur, weiße Frauen – erkämpften darin Räume für Selbstartikulation und für die Umverteilung symbolischen Kapitals.
Die Betrachtungen enden mit der Forderung nach einer diskriminierungskritischen Praxis der Kunstvermittlung in der Gegenwart.
 

Inhaltsverzeichnis

Dank


Eine andere Wegekarte: die Arbeit an der Schnittstelle von Kulturproduktion und Bildung als Kampf um Hegemonie

Geografische Verortung: England

Konzeptuelle Verortung: theoretische Rahmungen

Unebenes Gelände: Forschungsstand

Herausforderungen der Kartierung

Haltepunkte: der Aufbau des Buches

Legende: Diskriminierungskritische Schreibweisen


I. Formierungen und Bürgerliche Subjektivierung

Geschmack (taste) und die Bildung
der Subjekte der Nation

›Britische Kunst‹ im Kontext des nationalen
und kolonialen Wettbewerbs

Bürgerliche / künstlerische Subjektivierung
mit Blick für / auf die A_n_d_e_r_e_n

Das Foundling Hospital in London als Schauplatz der Bildung der A_n_d_e_r_e_n durch Kunst

Die Bildung der A_n_d_e_r_e_n beim Ringen
um Definitionsmacht in den Anfängen des
künstlerischen Feldes

Society for the Arts: Education

Royal Academy: Elevation

Sign Painters’ Exhibition: Exploration

Künstlerische Subjektivierungen

Interdependenzen von Kunst, ästhetischen Theorien und kolonial-rassistischen Taxonomien

Zusammenfassung


II. Institutionalisierungen und Hegemonialisierungen

Taste im Kontext der Klassenfrage

Widerstreit und Versöhnung von Education
und Elevation: Institutionen zur Bildung
der A_n_d_e_r_e_n durch Kunst

National Gallery: Elevation

Great Exhibition, Central School of Design und
South Kensington Museums: Education

Das East London Museum und die Ausstellungen der Pictures for the Poor-Bewegung: Versuch der Versöhnung von Elevation und Education

Kolonialität der Autoren des Bildens der
A_n_d_e_r_e_n durch Kunst

Sozialdarwinismus in Self-Help von Samuel Smiles

Hellenismus und Primitivismus in Culture and Anarchy von Matthew Arnold

John Ruskin als Proponent einer kolonialen Gesellschaftsordnung

Zusammenfassung


III. Fallstudie
Institutionalisierung: Toynbee Hall


Kontextuelle Sondierungen

Social Motherhood und Social Sciences: Die Eröffnung und Gestaltung neuer sozialer Einflusssphären durch bürgerliche weiße Frauen

Octavia Hill: Social Motherhood im Londoner East End

Koloniale Über-/Setzungen: Das East End als zu explorierende Terra Incognita

Siedlung in der Wildnis: Toynbee Hall als stadträumliches Entwicklungs- und Versöhnungsprojekt

Prototypische Kunstvermittlung: Toynbee Hall
als Experimentierfeld für die Bildung der
A_n_d_e_r_e_n durch Kunst

Architektonische Gestaltungspositionen

Kunstausstellungen

Interpersonelle und schriftliche Kunstvermittlung

Kunstreisen und slumming

Migration und die Bildung der A_n_d_e_r_e_n
durch Kunst: Hull House in Chicago

Zusammenfassung

Zwischenhalt: Die Bildung der A_n_d_e_r_e_n durch Kunst durch die ›anderen‹


IV. Ausdifferenzierungen und Ambivalenzen

Sozialstaatliche Reformen

Feministische Wissens- und Kulturproduktion

Soziopolitische Präsenzen von People of Color – Auftauchen der »Migrationsanderen«

Diasporischer Aktivismus im künstlerischen Feld

Museumsreformen

Künstlerische Positionierungen zur Bildung der A_n_d_e_r_e_n durch Kunst

KünstlerInnen als SeherInnen I: Die Design and Industries Association

Education through Art

KünstlerInnen als SeherInnen II: Die Artist Placement Group (APG)

KünstlerInnen als Verbündete I: Artists International Association

Mass-Observation

Cultural Studies und Reformen an den Kunsthochschulen

KünstlerInnen als Verbündete II: Community Arts

Let The People Sing

Positionierungen in der staatlichen Kunstförderung


V. Fallstudie Differenzierung: Whitechapel Art Gallery

Architektonische Gestaltungspositionen

Kunstvermittlung im Zeichen von public Citizenship

Edukative Dimensionen der Ausstellungspraxis

Zusammenarbeit zwischen der WAG und Schulen

Die diskursive Formierung des artist-educator: Walter Crane

Multiple Alteritätskonstruktionen in der WAG-Ausstellung Twentieth Century Art

Förderpolitische Begründungen zur Institutionalisierung der Kunstvermittlung

Bildungsauftrag künstlerische Haltung: die Institutionalisierung der artist-educators im Kontext staatlicher Deregulierung

Art for Society: Bündnisse zwischen Kunstinstitution und (weißem) Aktivismus

Toynbee Hall Arts Workshop und The Arts of Bengal: Die Bildung der Migrationsanderen durch Kunst

Die Institutionalisierung von artist-educators im Kontext von Gentrifizierung und Diversitätsparadigma

Epilog: » One or Two Things We Imagine about Them «.
Die Bildung der A_n_d_e_r_e_n durch Kunst in der Whitechapel Art Gallery, 1992


Literaturverzeichnis
Glossar
Namensregister
Sachregister