Zeitschrift merz | Einzelhefte

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Produktbeschreibung

Als das diesmalige merz-Thema im Januar auf einer Redaktionskonferenz diskutiert wurde, kam Unsicherheit auf, ob es Aufgabe der Medienpädagogik sei, sich mit der Medienkompetenz alter Leute zu beschäftigen – immerhin stellt die ‚Pädagogik’ ja qua definitionem Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt. Doch wie in anderen Bereichen der Pädagogik auch, sind andere Zielgruppen längst in den Blick der pädagogisch Tätigen geraten. In einer Gesellschaft, die lebenslanges Lernen propagiert, kann Bildung und Erziehung nicht mit dem 18. Lebensjahr enden. Auch danach brauchen viele Menschen pädagogische Unterstützung oder Konzepte im Umgang mit bestimmten Problemlagen oder Lernbedürfnissen. Wenn sich das gesellschaftliche Umfeld so dramatisch verändert wie in den vergangenen 20 Jahren, wenn gerade im Unterhaltungs- und Kommunikationssektor alle paar Jahre eine technische Neuerung die andere ablöst, dann ist klar, dass hier die Pädagogik, in unserem Fall eben die Medienpädagogik, gerade auf die Menschen achten muss, die ohne Unterstützung am weitesten zurückbleiben. Und dass es für alte Menschen, die in ihrem Leben viele technische und soziale Veränderungen bewältigen mussten, inzwischen schwer wird, Schritt zu halten mit dem Tempo der Innovationen, können wahrscheinlich alle nachvollziehen. Die Frage ist auch, ob sie es überhaupt müssen. Bringt es alten Menschen etwas, sich in hohem Alter noch mit dem Computer auseinander zu setzen? Viele meinen Ja! Gerade mit der Nutzung des Internet kann der Vereinsamung und dem Angewiesensein auf fremde Hilfe entgegengewirkt, können Kontakte gehalten und Papierkram erledigt werden.

Dabei ist die Titulierung „Alte Menschen“ oder „Senioren“ natürlich höchst ungenau, wie schon die Abgrenzung des relevanten Alters zeigt. Niemand will heutzutage gerne als alt gelten; für viele ist es eine schmerzhafte Erfahrung, älter zu werden, graue Haare zu bekommen. Und während manche sich Senioren als grauhaarig, faltig und mindestens 70-jährig vorstellen, richten sich viele der Angebote, speziell bei Computerkursen, schon an Menschen ab 50. Fest steht: Wer noch keinerlei Berührung mit Computer oder Handy hatte, wenig Affinität zur Technik hat und zugleich in einem Alter ist, in dem etwa englische Termini nicht zum selbstverständlichen Wortschatz gehören, der tut sich schwerer als die meisten jungen Leute, mit dem Medium Computer umzugehen.

merz nähert sich dem Thema zunächst in einem einleitenden Artikel von Carmen Stadelhofer und Markus Marquard, der das Verhältnis von SeniorInnen zum Internet darstellt. Auf die Erfordernisse, die Websites erfüllen müssen, um auch für ältere Nutzer zugänglich zu sein, weist Ursula Schulz in ihrem Beitrag über Usability hin. Herbert Grunau stellt das Projekt eines eigens für ältere Menschen entwickelten Seniorencomputers dar. Robert Handrow zeigt auf, welche Lernvoraussetzungen gegeben sein müssen, damit z.B. ein Senioren-Computerkurs Erfolg bringt. Ich selbst habe mit einer Dozentin und mit den KursteilnehmerInnen eines solchen Kurses Interviews geführt. Ute Kempf berichtet über ein Projekt des BMFSFJ, durch das Senioren an den Computer und das Internet herangeführt werden sollen. Schließlich stellt Wolfgang Schweiger die Frage nach der Bedeutung der Online-Kompetenz für Menschen jenseits der Berufstätigkeit und sucht nach einer Antwort.

Karin Ehler
 

Inhaltsverzeichnis

aktuell >>
> Meldungen

thema >>
> Carmen Stadelhofer und Markus Marquard: SeniorInnen und Online-Medien
> Herbert Grunau: "Wer zu früh kommt..."
> Karin Ehler: Alte und junge Computerfans
> Robert Handrow: Lernvoraussetzungen älterer Menschen
> Ursula Schulz: Web-Usability für Silversurfer
> Ute Kempf: Online-Kompetenz für die Generation 50plus
> Wolfgang Schweiger: Was nutzt das Internet älteren Menschen?

spektrum >>
> Donaciano Bartolomé Crespo: Der Medienkonsum spanischer Senioren
> Hans-Dieter Kübler und Uwe Debacher: Lernsoftware im User-Test
> Matthias Petzold und Caroline Hochstrat: Kompetente Kinder
> Roman Auchter: Alle Macht den Bild-Medien?
> Ronald Hitzler und Michaela Pfadenhauer: Juvenilität als Identität
medienreport >>
> Dennis Wortmann: Lernspaß im Dschungelhaus
> Dennis Wortmann: Was ist was?
> Hartmut Warkus: Kinder im sicheren Netz
> Karin Ehler: Kinderfernsehen weltweit
> Markus Achatz: Unterwegssein und am Leben
> Olivia Wartha: Erziehung mit Humor und Gelassenheit
> Thomas Jacob: The Sky ist the Limit
> Tilmann P. Gangloff: Gefahrlos Grenzen austesten

publikationen >>
> Susanne Weingarten: Bodies of Evidence
> Claude Chabrol: Wie man einen Film macht.
> Dagmar Hoffmann / Hans Merkens (Hrsg.): Jugendsoziologische Sozialisationstheorie.
> Fröhlich u.a.: Lachen über Hitler / Kramer: Die Shoah im Bild
> Gerard Jones: Kinder brauchen Monster
> Gernot Gehrke (Hrsg.): Digitale Teilung - Digitale Integration.
> Hartmut Rosa: fast forward. Essays zu Zeit und Beschleunigung.
> Helmut Volpers (Hrsg): Funktionsweise des Internets und sein Gefährdungspotential ...
> Judith Bug / Matthias Karmasin: Telekommunikation und Jugendkultur
> Jürgen Lauffer (Hrsg.): In 8 Sekunden um die Welt.
> Michael Beißwenger: Chat-Kommunikation
> Renate Luca (Hrsg.): Medien. Sozialisation. Geschlecht.
> Sigrid Nolda: Zerstreute Bildung. Mediale Vermittlung von Bildungswissen.
> Theo Länge u.a.: Über Medien zur beruflichen und gesellschaftlichen Orientierung.
> Thomas Hoerer / Michael Nielen: Fotorecht.
> Thomas Köhler: Das Selbst im Netz.
> TNS Emnid (Hrsg): N(ONLINER) Atlas 2004. Eine Topographie des digitalen Grabens...
> Ulf-Daniel Ehlers: E-Learning-Services im Spannungsfeld von Pädagogik, Ökonomie...
> Ute und Wolfgang Benz: Jugend in Deutschland
> Wolf-Rüdiger Wagner: Medienkompetenz revisted. Medien als Werkzeuge der Weltaneignung.

kolumne >>
> Benno Hafeneger: ... kürzen, schließen, kündigen...