Reihe Medienpädagogik

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Medienaneignung und ästhetische Werturteile

Zur Bedeutung des Urteils 'Gefällt mir!' in Theorie, Forschung und Praxis der Medienpädagogik

Schriftenreihe Reihe Medienpädagogik
Band 22, München 2018, 270 Seiten
ISBN 978-3-86736-429-4
19,80 EUR
inkl. gesetzl. MWSt - ggfs. zzgl. Porto und Versand
 

Produktbeschreibung

Welche Bedeutung haben ästhetische Urteile im Prozess der Medienaneignung? Inwiefern kann das Gefallen oder Nichtgefallen intersubjektiv begründet werden? Welche Ansatzpunkte können für die medienpädagogische Praxis und Forschung abgeleitet werden?

Diese Fragen werden in dem Band bearbeitet und in konstruktiver Weise für die Theorie, Praxis und Forschung der Medienpädagogik fruchtbar gemacht. Das Thema wird dabei mit einer historischen Rekonstruktion der medienpädagogischen Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, Ästhetik und ästhetischen Werturteilen eingeleitet. Mit Bezug auf tätigkeitstheoretische Ansätze folgt darauf die theoretische Erweiterung des medienpädagogischen Konzepts der Medienaneignung, um die ästhetischen Werturteile besser in ihrer Bedeutung fassen zu können. Gerade die Auseinandersetzung mit der Begründbarkeit ästhetischer Werturteile liefert dabei konkrete Anregungen für die medienpädagogische Praxis und Forschung.
 

Inhaltsverzeichnis

1. Problemaufriss und Erkenntnisinteresse –  Medienaneignung und ästhetische Werturteile

1.1 Relevanz der Betrachtung ästhetischer Werturteile auf indi­vidueller und gesellschaftlicher Ebene
1.1.1 Die Leitkategorie ‚Geschmack‘ und Ästhetisierung als individuelle und ­gesellschaftliche Phänomene
1.12 Bezüge zu ästhetischen Werturteilen in ausgewählten ­Medienkompetenzbegriffen
1.1.2.1 Medienkompetenz als Wahrnehmungs-, Nutzungs- und Handlungskompetenz
1.1.2.2 Ästhetische Urteile als Bestandteil von Medienkritik

1.2 Erkenntnisinteresse und Forschungsfragen


2 Struktur der Arbeit und methodischer Ansatz


3 Medienpädagogische Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, Ästhetik und ästhetischen ­Werturteilen

3.1 Die Thematisierung von Wahrnehmung, Ästhetik und ästhe­tischen Werturteilen in den Wurzeln und Anfängen der ­Medienpädagogik
3.1.1 Anschaulichkeit und Schundfilme – Wurzeln der Medienpädagogik
3.1.1.1 Bilder, die der Erkenntnis dienen – Johan Amos ­Comenius
3.1.1.2 Die Gefahr der Geschmacksverbildung durch den Schundfilm – die Kinoreformer
3.1.1.3 Zwischen Schulfilm und Propagandamedium – Film­erziehung in den 1920er Jahren, Schulfilmbewegung und der Übergang zur NS-Propaganda
3.1.1.4 Zwischenbetrachtung I – der sorgenvolle Blick auf den Geschmack der Jugend
3.1.2 Urteilsvermögen zwischen Kunst, Schund und Kitsch – Anfänge der ­Medienpädagogik
3.1.2.1 ‚Dass uns nun auch die Kunst verrät‘ – die ­Bewahrpädagogik und Film- und Fernsehkunde
3.1.2.2 Ein kritisches Urteilsvermögen, um die wirklichen ästhetischen Werte recht einzuschätzen – die Film­erziehung am Beispiel von Jan M. Peters
3.1.2.3 Kinder lieben Kitsch – erstes Interesse für ­ästhetische Werturteile in der ­medienpädagogischen Position Martin Keilhackers
3.1.2.4 Ästhetische Erziehung im Dienst der Staatsideo­logie – Medienpädagogik in der DDR
3.1.2.5 Zwischenbetrachtung II – Ansätze eines Interesses für die Entwicklung ­ästhetischer Werturteile

3.2 Wahrnehmung, Ästhetik und ästhetische Werturteile in der ­Differenzierung medienpädagogischer Hauptpositionen
3.2.1 Die Emanzipation von tradierten Wertmaß­stäben – Visuelle Kommunikation und ‚Sehen lernen‘
3.2.2 Medien gestalten, um in gesellschaftliches Handeln einzugreifen – die reflexiv-praktische Medienan­eignung bzw. aktive Medienarbeit (Schell, Schorb & Theunert)
3.2.3 Wider den pädagogischen Blick – der ­wahrnehmungsorientierte Ansatz (Röll) und ­medienästhetische Artikulation in ­Eigenproduktionen (Niesyto)
3.2.4 Wahrnehmen, Gestalten und Urteile ermög­lichen – die Gestaltungspädagogik (Hoffmann u. a.)
3.2.5 Ästhetische Kategorien als Bildungswert von ­Medien – die Strukturale Medienbildung
(Jörissen & Marotzki)
3.2.6 Lebenskunst 2.0 mit Sinnen und Cyber – ­kulturell-ästhetische Medienbildung (Zacharias)

3.3 Zusammenführung von Entwicklungslinien und Positionen zum ­Stellenwert von ästhetischen Werturteilen im ­medienpädagogischen Diskurs


4 Die Stellung von Wahrnehmung und ästhetischen Werturteilen im Konzept Medienaneignung als zentralem Referenzrahmen medienpädagogischer Theoriebildung

4.1 Die medienpädagogische Entfaltung von Medienaneignung in einer tätigkeitstheoretischen Tradition
4.1.1 Der handlungstheoretische Ausgangspunkt von ­Medienaneignung
4.1.2 Die besondere Stellung des Subjekts im ­prozessualen Verständnis des Verhältnisses
Mensch und Medien
4.1.3 Die gegenständliche Seite des ­Aneignungsprozesses – der Medienbegriff in der tätigkeitstheoretischen Perspektive
4.1.4 Zwischenbetrachtung III – Präzisierungsbedarf ­bezüglich Wahrnehmung und ästhetischer ­Werturteile in der medienpädagogischen Entfaltung von Medien­aneignung

4.2 Wahrnehmung in tätigkeitstheoretischen Aneignungskonzepten
4.2.2 Wahrnehmung in ihrem historischen Ursprung und ihrer gesellschaftlichen Funktion (Holzkamp)
4.2.2.1 Sensibilität, sinnliche Präsenz und Empfindung­scharakter – Grundlagen des Wahrnehmungsprozesses
4.2.2.2. Gegenständliche Bedeutungshaftigkeit der Wahr­nehmung und Wahrnehmungsdimensionen
4.2.2.3 Standortgebundenheit der Wahrnehmung und Wahrnehmungskompetenz
4.2.2.4 Wahrnehmung als Tätigkeit im Zusammenspiel von Wahrnehmung und Denken
4.2.3 Zwischenbetrachtung IV – Wahrnehmung in ­tätigkeitstheoretischer Perspektive

4.3 Die tätigkeitstheoretische Perspektive auf Wahrnehmung und ­ästhetische Werturteile – Zusammenführung und Kritik


5 Zur Begründbarkeit ästhetischer Werturteile als Grundlage für die Erweiterung des ­Referenzrahmens Medienaneignung

5.1 Ästhetische Werturteile – Differenzierung des Begriffs

5.2 Wahrhaftigkeit und Authentizität – Geltungsansprüche ­ästhetischer Werturteile

5.3 Ein Modell zur Begründbarkeit ästhetischer Werturteile (Piecha)
5.3.1 Die vorbewusste Bewertung und der ­Ausdruckscharakter von Wahrnehmungsgegenständen
5.3.2 Die (begrenzte) Begründbarkeit ästhetischer ­Wert­urteile im interpersonalen Austausch
5.3.3 Zur Übertragbarkeit des Modells auf alltägliche ­Bereiche des Medienhandelns

5.4 Verbindungspunkte der theoretischen Grundlagen


6 Erweiterung des Referenzrahmens Medienaneignung

6.1 Akzentuierung ästhetischer Werturteile im Rahmenkonzept der ­Medienaneignung
6.1.1 Ein ästhetisch erweitertes Konzept der Medienan­eignung
6.1.2 Prinzipien für die Arbeit nach dem ästhetisch ­erweiterten Konzept der Medienaneignung

6.2 Schlussfolgerungen aus dem ästhetisch erweiterten Konzept der ­Medienaneignung und Perspektiven für die ­medienpädagogische Praxis und Forschung
6.2.1 Konsequenzen und Schlussfolgerungen für die päda­gogische Praxis
6.2.2 Konsequenzen und Schlussfolgerungen für die medien­pädagogische Forschung

6.3 Anschlussfähigkeit der Arbeit an aktuelle wissenschaftliche Diskurse

6.4 Desiderata


7 Literaturverzeichnis