Kunsttherapie

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Kunsttherapie bei Persönlichkeitsstörungen: Theorie und Praxis

Eine qualitative Studie in der forensischen Psychiatrie

München 2018 (Juli), 333 Seiten
ISBN 978-3-86736-414-0
29,80 EUR
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Produktbeschreibung

Was bewirkt Kunsttherapie? Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit sie erfolgreich ist? Und was ergibt sich aus den Antworten in Hinblick auf eine notwendige kunsttherapeutische Theoriebildung?

Die Studie von Katja Watermann untersucht wie Patienten mit Persönlichkeitsstörungen, die in der forensischen Psychiatrie untergebracht sind, eine künstlerisch-kunstpädagogische Kunsttherapie subjektiv erleben und welche Bedingungen und Faktoren sie als förderlich einschätzen. Um den komplexen Untersuchungsgegenstand zu erforschen, werden drei verschiedene Datensorten mithilfe von drei unterschiedlichen qualitativen Methoden bzw. Verfahren eingesetzt und trianguliert: die ‚Grounded Theory’ zur Analyse von Patienteninterviews, die ‚Dokumentarische Bildinterpretation‘ zur Interpretation von Patientenwerken und das ‚Instrument zur Beobachtung und Auswertung kunsttherapeutischer Prozesse‘ (IBAKP) zur Auslegung des kunsttherapeutischen Behandlungsverlaufs.

Die Publikation leistet einen wichtigen Beitrag zur kunsttherapeutischen Theoriebildung und ist zudem ein inspirierender Impulsgeber für die kunsttherapeutische und kunstpädagogische Praxis und Forschung.

Die Arbeit ist eine beeindruckende und vor allem materialreiche Untersuchung zur Wirkung kunsttherapeutischer Arbeit und ein wichtiger Beitrag zur Praxisforschung. Als explorative Pilotstudie zeigt sie profund, wie methodisch kontrolliert kunsttherapeutische und kunstpädagogische Praxis beforscht werden kann. Es ist zu hoffen, dass durch die vorliegende Studie die Debatte um die Wirksamkeit und Qualität kunsttherapeutischer Arbeit neu eröffnet wird. Dies sollte auch für die schulische Kunstpädagogik im Kontext des Inklusionsparadigmas von größtem Interesse sein!
Prof. Dr. Andreas Brenne

Der Forschungsgegenstand Kunsttherapie ist sehr komplex. Es ist wohl kein Zufall, dass über die Wirksamkeit kunsttherapeutischer Arbeit kaum wissenschaftlich fundierte Aussagen gemacht wurden. Mit dieser Forschungsarbeit, die getragen ist von umfangreichen praktischen Erfahrungen, hat Katja Watermann ein sehr fundiertes Lehrbuch für angehende Kunsttherapeuten entwickelt.
Prof. Peter Steineke
 

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

1.1 Zielsetzung der Arbeit

1.2 Aufbau der Arbeit

1.3 Derzeitiger Forschungsstand


2 PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNGEN

2.1 Was sind Persönlichkeitsstörungen?

2.2 Die Persönlichkeitsstörungen in den Klassifikationssystemen ICD 10 und DSM-IV-TR
2.2.1 Ethische Leitlinien und Diagnostik

2.3 Therapie der Persönlichkeitsstörungen
2.3.1 Behandlungsansätze bei Persönlichkeitsstörungen
2.3.2 Allgemeine therapeutische Prinzipien der Behandlung
2.3.3 Therapie bei forensischen Patienten mit Persönlichkeitsstörungen


3 KUNSTTHERAPIE

3.1 Eine Geschichte zur Entstehung der Kunsttherapie

3.2 Kunsttherapeutische Ansätze - Ein Überblick
3.2.1 Der heilpädagogische Ansatz
3.2.2 Der anthroposophische Ansatz
3.2.3 Der kunst- und gestaltungstherapeutische Ansatz
3.2.4 Der tiefenpsychologische Ansatz
3.2.5 Der künstlerisch-kunstpädagogische Ansatz
3.2.5.1 Ästhetische Erfahrungssituationen schaffen
3.2.5.2 Materialerfahrungen und ihre Bedeutung
3.2.5.3 Zur kompensatorischen Funktion der Kunsttherapie


4 BEHANDLUNGSKONZEPT - HINTERGRÜNDE, RAHMENBEDINGUNGEN UND METHODEN

4.1 Das kunsttherapeutische Behandlungskonzept

4.2 Gespräche in der Kunsttherapie - Methoden, Ziele und Inhalte
4.2.1 Zur Gesprächsmethode
4.2.2 Zu den Zielen und Inhalten der verschiedenen Gesprächsarten
4.2.2.1 Das Informationsgespräch
4.2.2.2 Das Erstgespräch
4.2.2.3 Das Zielplanungsgespräch
4.2.2.4 Das Werkgespräch
4.2.2.5 Das Abschlussgespräch
4.2.2.6 Der Kurzkontakt
4.2.2.7 Small talk, Sachgespräche und kurze Gespräche mit emotionalem Charakter
4.2.2.8 Die Reflexionsgespräche

4.3 Praxis der Kunsttherapie - Bedingungen, Verlauf und Methoden
4.3.1 Zum Raum
4.3.2 Zum Material
4.3.3 Gruppenformen und zeitlicher Rahmen
4.3.4 Zur Sozialform
4.3.5 Ablauf und Inhalt der Therapieeinheiten
4.3.5.1 Ablauf und Phasen einer Therapieeinheit
4.3.5.2 Übungen und Methode
4.3.6 Über den Einsatz von Kunststudierenden als therapeutische Maßnahme

4.4 Maßregelvollzug
4.4.1 Einführung
4.4.2 Zum gesetzlichen Hintergrund
4.4.3 Maßregelvollzugseinrichtungen und Unterbringungsziel
4.4.4 Unterschied zwischen Maßregelvollzug und Strafvollzug


5 FORSCHUNGSANSATZ UND UNTERSUCHUNGSMETHODEN

5.1 Übergeordnete Forschungsfrage

5.2 Triangulation als Forschungsstrategie

5.3 Eingesetzte Methoden und Datensorten

5.4 Population und Stichprobe

5.5 Zum Forschungsfeld: Zugang und Erfahrungen
5.5.1 Vorannahmen zum Feld


6 ANGEWANDTE UNTERSUCHUNGSMETHODEN - EINFÜHRUNG

6.1 Auswertung durch ‚Grounded Theory‘
6.1.1 Forschungsfragen
6.1.1.1 Bedeutung von Kunsttherapie bei Persönlichkeitsstörungen in der forensischen Psychiatrie
6.1.1.2 Effekte von Kunsttherapie bei Persönlichkeitsstörungen in der forensischen Psychiatrie
6.1.1.3 Behandlung durch Kunsttherapeuten bei Persönlichkeitsstörungen in der forensischen Psychiatrie
6.1.2 Erhebungsinstrument
6.1.2.1 Das Abschlussgespräch zur Selbsteinschätzung und Behandlungszufriedenheit
6.1.2.2 Datenerfassung
6.1.3 ‚Grounded Theory‘
6.1.3.1 Theoretisches Sampling
6.1.3.2 Theoretisches Kodieren
6.1.3.3 Offenes Kodieren
6.1.3.4 Axiales Kodieren
6.1.3.5 Selektives Kodieren
6.1.4 Gütekriterien

6.2 Auswertung durch ‚Instrument zur Beobachtung und Auswertung kunsttherapeutischer Prozesse‘ (IBAKP)
6.2.1 Forschungsfrage
6.2.2 Dokumentation in der Kunsttherapie
6.2.3 Entwicklung eines kunsttherapeutischen Dokumentationssystems
6.2.3.1 Würzburger Leitfaden zur Verlaufs- und Erfolgskontrolle personenzentrierter Beratung und Psychotherapie (WLF)
6.2.3.2 Das Lübecker Fähigkeitenprofil (LFP)
6.2.4 ‚Instrument zur Beobachtung und Auswertung kunsttherapeutischer Prozesse‘ (IBAKP)
6.2.4.1 Die Eingangserhebung
6.2.4.2 Die Zieldiagnostik
6.2.4.3 Die Prozessdiagnostik
6.2.4.4 Die Abschlussdiagnostik

6.3 Auswertung durch ‚Dokumentarische Bildinterpretation‘
6.3.1 Forschungsfrage
6.3.2 Bilder als Untersuchungsfeld - eine Einführung
6.3.2.1 Das Ikonografie/Ikonologie-Modell des Kunsthistorikers Erwin Panofsky
6.3.3 Die dokumentarische Methode - allgemeine Hintergründe
6.3.3.1 Formulierende und reflektierende Interpretation: die Frage vom Was zum Wie
6.3.3.2 Komparative Analyse: methodische Kontrolle und Typenbildung
6.3.3.3 Zusammenfassung
6.3.4 ‚Dokumentarische Bildinterpretation‘ - wesentliche Einflüsse und kunstwissenschaftliche Grundannahmen
6.3.5 Die Arbeitsschritte der dokumentarischen Bildinterpretation
6.3.5.1 Formulierende Interpretation
6.3.5.2 Reflektierende Interpretation
6.3.5.3 Komparative Analyse - Grundlage für methodische Kontrolle und Typenbildung
6.3.5.4 Typenbildung und konjunktive Abstraktion
6.3.5.5 Resümee
6.3.6 Bilder von Patienten als empirischer Untersuchungsgegenstand
6.3.6.1 Erhebung
6.3.6.2 Zur Auswahl der Bildproduzenten und deren Bilder
6.3.6.3 Gütekriterien


7 ERGEBNISSE

7.1 Ergebnisse der Auswertung durch ‚Grounded Theory‘
7.1.1 Bedeutung von Kunsttherapie bei Persönlichkeitsstörungen in der forensischen Psychiatrie
7.1.1.1 Zentrales Phänomen: Prozesshaftigkeit
7.1.1.2 Ausgangsfaktoren zur ‚Prozesshaftigkeit‘
7.1.1.3 Strategien zur ‚Prozesshaftigkeit‘
7.1.1.4 Intervenierende Bedingungen
7.1.1.5 Konsequenzen der Strategien zur ‚Prozesshaftigkeit‘
7.1.1.6 Zusammenfassung
7.1.2 Subjektive Effekte von Kunsttherapie bei Persönlichkeitsstörungen in der forensischen Psychiatrie
7.1.2.1 Zentrales Phänomen: Therapieeffekt Spaß und Entspannung
7.1.2.2 Ausgangsfaktoren zum ‚Therapieeffekt Spaß und Entspannung‘
7.1.2.3 Strategien zum ‚Therapieeffekt Spaß und Entspannung‘
7.1.2.4 Intervenierende Bedingungen
7.1.2.5 Konsequenzen der Strategien zum ‚Therapieeffekt Spaß und Entspannung‘
7.1.2.6 Zusammenfassung
7.1.3 Behandlung durch Kunsttherapeuten bei Persönlichkeitsstörungen in der forensischen Psychiatrie
7.1.3.1 Zentrales Phänomen: Hilfe erhalten
7.1.3.2 Ausgangsfaktoren zu ‚Hilfe erhalten‘
7.1.3.3 Strategien zu ‚Hilfe erhalten‘
7.1.3.4 Intervenierende Bedingungen
7.1.3.5 Konsequenzen der Strategien zu ‚Hilfe erhalten‘
7.1.3.6 Zusammenfassung

7.2 Ergebnisse der Auswertung durch ‚Instrument zur Beobachtung und Auswertung kunsttherapeutischer Prozesse‘ (IBAKP)
7.2.1 Exemplarische Falldarstellung
7.2.2 Fallbeispiel Herr C
7.2.2.1 Das Aufnahmegespräch mit dem Psychologen
7.2.2.2 Das Erstgespräch
7.2.2.3 Zielplanung
7.2.2.4 Verlaufsdokumentation 1
7.2.2.5 Werkbesprechung 1
7.2.2.6 Verlaufsdokumentation 2
7.2.2.7 Werkbesprechung 2
7.2.2.8 Verlaufsdokumentation 3
7.2.2.9 „Zu meinen Werken“
7.2.2.10 Werkbesprechung 3
7.2.2.11 Verlaufsdokumentation 4
7.2.2.12 Abschlussgespräch
7.2.2.13 Dokumentation und Veränderungsdiagnostik
7.2.3 Fallbeispiel Herr L
7.2.3.1 Das Aufnahmegespräch mit dem Psychologen
7.2.3.2 Das Erstgespräch
7.2.3.3 Zielplanung
7.2.3.4 Verlaufsdokumentation 1
7.2.3.5 Werkbesprechung 1
7.2.3.6 Verlaufsdokumentation 2
7.2.3.7 Werkbesprechung 2
7.2.3.8 Verlaufsdokumentation 3
7.2.3.9 „Zu meinen Werken“
7.2.3.10 Verlaufsdokumentation 4
7.2.3.11 Werkbesprechung 3
7.2.3.12 Verlaufsdokumentation 5
7.2.3.13 Abschlussgespräch
7.2.3.14 Dokumentation und Veränderungsdiagnostik
7.2.4 Ergebnisse der kunsttherapeutischen Behandlung sowie der Bedingungen, die zu positiven Veränderungen geführt haben

7.3 Ergebnisse der Auswertung durch ‚Dokumentarische Bilderinterpretation‘
7.3.1 Bildinterpretation Herr C: „Abfahrt auf Gleis 4 in Richtung Hoffnung“
7.3.1.1 Formulierende Interpretation
7.3.1.2 Reflektierende Interpretation
7.3.2 Bildinterpretation Herr L: „Hoffnung ist alles“
7.3.2.1 Formulierende Interpretation
7.3.2.2 Reflektierende Interpretation
7.3.2.3 Komparative Analyse der Bilder
7.3.3 Zusammenfassung


8 DISKUSSION

8.1 Diskussion der Ergebnisse durch ‚Grounded Theory‘
8.1.1 Zusammenfassung und forschungsmethodische Reflexion
8.1.2 Einbindung der Gesamtergebnisse in den Forschungskontext

8.2 Diskussion der Ergebnisse durch ‚Instrument zur Beobachtung und Auswertung kunsttherapeutischer Prozesse‘ (IBAKP)
8.2.1 Forschungsmethodische Reflexion
8.2.2 Zusammenfassung der Ergebnisse und deren Einbindung in den Forschungskontext

8.3 Diskussion der Ergebnisse durch ‚Dokumentarische Bildinterpretation‘
8.3.1 Zusammenfassung der Ergebnisse und deren Einbindung in den Forschungskontext
8.3.2 Forschungsmethodische Reflexion


9 ZUSAMMENFASSUNG UND WEITERFÜHRENDER FORSCHUNGSBEDARF


10 LITERATUR