Kunstpädagogik

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Wege zur ästhetischen Bildung

Anthropologische Grundlegung und schulpädagogische Orientierungen

München 2018 (September), 250 Seiten
ISBN 978-3-86736-491-1
22,80 EUR
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Produktbeschreibung

Die Schule tut sich heute oft schwer, ästhetische Fragen des Lernens angemessen zu beachten. Ihr traditionelles Selbstverständnis sowie aktuelle bildungspolitische Aufmerksamkeiten blenden die ästhetischen Dimensionen eher aus. Dabei zählen diese zu den zentralen Aspekten, wenn es darum geht, Kindern und Jugendlichen nicht nur in ihren bevorzugten Formen der Aneignung von Wirklichkeit entgegenzukommen, sondern sie auch in einem kulturellen Sinne kompetent zu machen. Auch ist Lernen im Kindesalter primär ästhetisches Lernen. Ästhetische Bildung, die dies beachtet und aufgreift, ausdifferenziert und ergänzt, ist deshalb nicht als Ausschmückung des Schulalltags, sondern als ein integrativer Kern des Bildungsgeschehens zu verstehen. Sie wird sichtbar im Aufprall der Sinne auf die Vielfalt der Phänomene, in Szenen des Alltags und der Erfahrung von Kunst, in den Phänomenen des Staunens und Ergriffenseins, der interessierten Begegnung mit Personen und Sachen, nicht zuletzt in Spiel und Phantasie. Die Kommunikation im Alltag, die Suche nach Verständigung und die Ausbildung einer umfassenden kulturellen Kompetenz sind nicht denkbar ohne eine angemessene Berücksichtigung der ästhetischen Dimensionen des Lernens.
Das Buch will solche Zusammenhänge in zahlreichen Facetten ansprechen und klären. Zugrunde gelegt wird die Perspektive der pädagogischen Anthropologie, die versucht, Lernprozesse von den Kindern und Jugendlichen her zu verstehen, um darauf aufbauend sinnvolle Konsequenzen nicht nur für das Verständnis von Kindheit und Jugendalter, sondern auch für die Gestaltung von Schule und Unterricht zu formulieren. Dabei gilt es schultheoretische und didaktische Antworten zu finden, die geeignet sind, Wege zur ästhetischen Bildung zu öffnen.

Prof. Dr. rer. soc. Dr. phil. habil. Ludwig Duncker, Jg. 1951, ist Professor für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Pädagogik des Primar- und Sekundarbereichs an der Justus-Liebig-Universität Gießen und Lehrbeauftragter an der Freien Universität Bozen.
 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort


Teil I: Zur Grundlegung ästhetischer Bildung in einer Anthropologie der Kindheit

1 Ästhetisches Lernen in der Kindheit
Strukturmerkmale in anthropologischer Perspektive

2 Bild und Erfahrung
Dimensionen einer Anthropologie des Sehens

3 Das symbolische Verarbeiten und Überschreiten der Wirklichkeit
Zur Bedeutung der Phantasie für das Lernen

4 Vom Bildungswert der Dinge
Aspekte einer Anthropologie kindlichen Sammelns

5 Staunen als ästhetische Hingabe
Über den Zusammenhang von Erkenntnis und ästhetischer Erfahrung

6 Die leibliche Dimension des Lernens
Leibgebundene Erfahrungsprozesse in anthropologischer Sicht


Teil II: Ausgewählte schultheoretische und didaktische Perspektiven

7 Schulkultur und ästhetische Bildung
Zur Bedeutung künstlerischen Lernens in der Schul

8 Ganztägige Bildung und ästhetisches Lernen
Neue Herausforderungen für die Theorie und Praxis der Schulentwicklung

9 Zwischen Literalität und Ästhetik
Zur inneren Dialektik einer Kultur des Lernens in der Schule

10 In Bildern denken – mit Bildern philosophieren
Aspekte einer Didaktik der Anschauung

11 Perspektivenvielfalt und Lernen in Bildern
Ästhetische Alphabetisierung als fächerübergreifendes Prinzip

12 Verkleidung als Verfremdung
Szenisches Verstehen in Alltag und Schule

13 Multiästhetische Bildung in einer Didaktik der Künste
Grenzüberschreitungen in den Sprachen der Musik und des Bildes

14 Kunstgeschichte im Elementarbereich?
Über Formen des Zeitbewusstseins im ästhetischen Lernen von Kindern

15 Zwischen Ästhetik und Wissenschaft
Zur Neubestimmung des Anschauungsbegriffs in der Didaktik

16 Glück als Unterrichtsfach?
Wider eine Pädagogik der Glückseligkeit


Literatur

Quellennachweise