Kindheit, Jugend und Medien

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Wenn Derrida Schneewittchen trifft...

Filmpädagogik und [Dekonstruktion] von Geschlechterklischees

München 2008, 366 Seiten + DVD
ISBN 978-3-86736-056-2
19,80 EUR
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Produktbeschreibung

Muss man Schneewittchen-Filme, die die immergleiche Geschichte von „Prinz und Prinzessin“ erzählen, meiden, wenn man kritisch zu Geschlechter-Stereotypen arbeitet? Oder kann man sogar gerade mit ihnen solche Klischees erschüttern? Allgemeiner formuliert: Gibt es Bilder, die Bildungsprozesse ermöglichen und solche, die sie eher verhindern? Und wer entscheidet nach welchen Kriterien, welche (Film)-Bilder „pädagogisch wertlos“ wären und welche nicht?

Sebastian Schädler zeigt, dass zur Beantwortung dieser Fragen grundlegende Traditionen der westlich-abendländischen Pädagogik, der meist abwertenden Positionierung von Bildern darin und der Stellung der Pädagogen in medienpädagogischen Prozessen in Frage gestellt werden müssen.

In einer Diskussion insbesondere der Schriften Jacques Derridas (Grammatologie, Die Postkarte), Jean Jacques Rousseaus (Èmile), Karl Josef Pazzinis (Bilder und Bildung) und Judith Butlers (gender trouble) wird ein breiter Rahmen eröffnet, der schließlich mit Bezug auf den französischen Filmpädagogen Bergala (Kino als Kunst) in der Produktion einer DVD beispielhaft umgesetzt wird. Auf diese Weise wird gezeigt, wie sich auch in der Arbeit mit vermeintlich pädagogisch „wertlosen“ Filmen ein Möglichkeitsraum eröffnen lässt, dessen Ergebnis allerdings offen bleiben muss, weil die Positionen und medialen Interventionen des Lehrenden und der Lernenden immer wieder neu ausgehandelt werden müssen.
 

Inhaltsverzeichnis

S /
Statt einer Einleitung ein Menü

E /
Zur Zeichensetzung


Kapitel I
Von der Grammatologie zur Grammagrafie Derridas Text als Text[X]Bild - Produktion


/ 1
Wiederholung als Verbot, als Zwang und als unmögliche Möglichkeit

/ 2
Die différance oder die unmögliche Kennzeichnung des Zeichens durch eine mögliche Schrift

/ 3
Derridas Grammagrafie und die „Zeichnung“ der différance

/ 4
Keine Sprache, keine Schrift, kein Bild, nur ein mediales [X] ?


Kapitel II
Émile schreibt Postkarten an Derrida und jenseits - Rousseau als Theoretiker der Medialität


/ 1
Die Postkarte – Derridas Schrift auf der Schulbank des „Prof. Khal“
Zwischenbilanz zur Postkarte

/ 2
Rousseaus „göttlicher“ Finger: Kleine Bewegung mit großen Folgen

/ 3
Der didaktische Raum als virtueller Raum – Rousseau erfindet das Computerspiel
Zwischenbilanz zum Rousseau`schen Erziehungskonzept

/ 4
Kein Gott, Kein Zeigefinger, sondern eine postale[X]digitale als didaktische Relation?


Kapitel III
Eine Frage der Perspektive(n) – Von einer Pädagogik der „anderen“ Bilder zur Digitalen und Versatilen Didaktik des Films


/ 1
Didaktische Filme

/ 2
Zwischen fliegendem Auge und festgenageltem Blick – die Perspektive(n) des Leon Battista Alberti

/ 3
Medienpädagogik als Pädagogik des „authentischen“ Bildes

/ 4
Als das Bild zum Abbild wurde – Die Zentralperspektive als Totengräber vielseitiger Bildlichkeit?

Zwischenbilanz zur Pädagogik der anderen Bilder bei K.J.Pazzini

/ 5
Film als Kunst - und Filmbilder als „andere“ Bilder“ bei Alain Bergala

Zwischenbilanz: Bergala demokratisiert Albertis fliegendes Auge

/ 6
Mit einem „pictorial turn“ zu einer Relation von solchen[X]anderen Bildern?


Kapitel IV
Mit „Schneewittchen“ lernen, was [Dekonstruktion] ermöglicht


/ 1
Zur Rolle der Medien in der sex-gender-Relation

/ 2
„Es war einmal…“ – ein Text und Bild von sex und gender

/ 3
Die DVD als didaktisch vielseitiges Medium

/ 4
Kein sex, kein gender, aber „falsche Zitate“ als neue girls[X]boys-Geschichten?


P /
Perspektiven


Anhang